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Angehende Erzieher gestalten Bilderbücher


Eine Besonderheit der Erzieherausbildung der DPFA in Leipzig ist das Profil „Ästhetische Bildung mit Medien“. Ein praktisches Ziel ist dabei die gänzlich eigenständige Gestaltung eines Bilderbuches für Kinder durch die angehenden Erzieher.

Das Projekt findet im zweiten Ausbildungsjahr normalerweise über zwei Wochen im Unterricht statt. In diesem Jahr sorgte Corona dafür, dass die meiste Zeit zu Hause daran gearbeitet werden musste.

Das Bilderbuch „Hugo will hoch hinaus“ wurde von Caroline Kaiser für Jungen und Mädchen im Alter von drei bis fünf Jahren gestaltet. Die Botschaft lautet: „Anderssein ist toll“. Foto: J. Lüftner, DPFA Leipzig
Das Bilderbuch „Hugo will hoch hinaus“ wurde von Caroline Kaiser für Jungen und Mädchen im Alter von drei bis fünf Jahren gestaltet. Die Botschaft lautet: „Anderssein ist toll“. Foto: J. Lüftner, DPFA Leipzig

Wie entsteht so ein Bilderbuch für Kinder?

Zu Beginn des Projektes, welches sich diesmal dem Thema Menschen mit Behinderung widmete, stand Recherche auf dem Plan. Ziel war, zu erfahren, wie Menschen mit Behinderung im pädagogischen Kontext gesehen werden. Dafür mussten einerseits verschiedene Begrifflichkeiten wie der Behinderungsbegriff, Behinderungsarten, Inklusion als Zielgröße geklärt werden und sich andererseits mit Literatur und Pädagogik, also der Lesesozialisation, dem Bilderbuchbetrachten und der Bedeutung des Vorlesens beschäftigt werden.

Danach begann die Ideenentwicklung für das eigene Buch, wobei zuerst die prozessrelevanten Fragen und Rahmenbedingungen geklärt werden mussten: Was soll erzählt werden? Für welche Altersgruppe soll das Buch geeignet sein? Wie soll die Geschichte erzählt werden? Wie viele Seiten soll das Buch haben?

Im nächsten Schritt wurde das Format festgelegt und das Storyboard mit der Verteilung der Texte und Skizzen auf den Seiten angefertigt, um die Idee zu visualisieren. Dazu entstand meist zuerst der Text, bevor die Bilder gezeichnet wurden. Die Illustrationen hat jeder nach seinen Fähigkeiten umgesetzt. Nach Fertigstellung der Seiten fehlte nur noch das Binden, um das Buch zu vollenden.

Neben einem Storyboard gehörte auch die Überlegung zum Illustrationsstil zum Erstellungsprozess des Bilderbuches. Foto: J. Lüftner, DPFA Leipzig
Neben einem Storyboard gehörte auch die Überlegung zum Illustrationsstil zum Erstellungsprozess des Bilderbuches. Foto: J. Lüftner, DPFA Leipzig

Welche Geschichten werden erzählt?

Die meiste Arbeit während des Buchprojektes fand im Homeschooling statt. Doch im Präsenzunterricht erhielten die Bücher ihren letzten Schliff. So auch das Bilderbuch „Hugo will hoch hinaus“ von Caroline Kaiser, in dem es um den Elefant Hugo geht. Er ist besonders klein und kommt so nicht an die Früchte heran, die ganz oben wachsen. Die anderen großen Elefanten helfen ihm nicht. Hilfe und gegenseitige Unterstützung findet er bei Helga, einer Giraffe. „Es ist ganz einfach Hugo! Wir können uns gegenseitig durch unsere Besonderheiten helfen. Wir sind nicht das Problem, wir sind wunderbar genauso, wie wir sind!“

Trotz der etwas schwierigen Bedingungen in diesem Jahr haben es die Schülerinnen und Schüler geschafft, viele schöne Bücher zum Thema Menschen mit Behinderung zu erstellen. Die Geschichten erzählen vom Anderssein und der fehlenden Akzeptanz bzw. dem Gefühl, nicht dazuzugehören. Häufig wurden dafür Tiere als Hauptfiguren eingesetzt, da sich so ernste Alltagsthemen gut verpacken lassen und schnell Vertrautheit bei den Kindern einstellt.