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Traumjob Erzieher?! - Mehr als Basteln und Spielen


Dein Traumjob ist der Beruf des Erziehers? Ob du dafür geeignet und die Voraussetzungen erfüllst, erfährst du in unserem Interview. Wir haben uns von Daniela Finke, Leiterin der Fachschule für Sozialwesen der DPFA in Zwickau, den Beruf und die Erzieherausbildung erklären lassen.

Erzieher ist für viele Menschen ein echter Traumberuf. Entgegen weitverbreiteter Erwartungen steckt deutlich mehr dahinter, als mit Kindern "nur" zu basteln und zu spielen. Foto: iStock
Erzieher ist für viele Menschen ein echter Traumberuf. Entgegen weitverbreiteter Erwartungen steckt deutlich mehr dahinter, als mit Kindern "nur" zu basteln und zu spielen. Foto: iStock

Frage: Frau Finke, ist es eigentlich schwer Erzieher zu werden?
Daniela Finke: Um Tag für Tag den vielen kleinen und größeren Menschen gerecht zu werden, bedarf es eines gewissen Maßes an Nervenstärke, Flexibilität, Spontanität und Kreativität. Im Herzen ein Kind geblieben zu sein, schadet ebenfalls nicht. Die Ausbildung selbst ist herausfordernd, aber zu bewältigen.

Wo arbeiten Erzieher?
Daniela Finke: Die Tätigkeitsfelder sind für Erzieher sehr vielfältig. Sie können beispielsweise in der Kinderkrippe (Kita), im Kindergarten, im Hort,
in Wohnheimen und Jugendzentren, bei Familien- und Suchtberatungsstellen, Förderschulen oder in Internaten arbeiten.
Außerdem werden Erzieher in therapeutischen Einrichtungen, Tagesstätten und Wohnheimen für Menschen mit Behinderung oder in Erholungs- und Ferienheimen, Hotels oder Jugendherbergen eingesetzt.

Wie sind die Chancen auf dem Arbeitsmarkt?
Daniela Finke: Aktuell ist die Nachfrage nach Erziehern enorm hoch. 2019 trat bundesweit das "Gute-Kita-Gesetz" in Kraft. Dieses sieht vor, dass Erzieher zwei Stunden wöchentlich für die Vor- und Nachbereitung erhalten, etwa um Ausflüge zu planen, Spiele zu erarbeiten oder Entwicklungsgespräche aufzubereiten.

Um weiterhin eine gute Betreuung zu gewährleisten, erhöht sich der Personalbedarf. Demnach sind die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt sehr positiv!

Daniela Finke ist nicht nur die Leiterin der Fachschule für Sozialwesen und damit bei der DPFA Zwickau zuständig für die Erzieherausbildung. Unter ihrer Obhut und Leitung werden auch die angehenden Sozialassistenten ausgebildet. Foto: Ines Escherich
Daniela Finke ist nicht nur die Leiterin der Fachschule für Sozialwesen und damit bei der DPFA Zwickau zuständig für die Erzieherausbildung. Unter ihrer Obhut und Leitung werden auch die angehenden Sozialassistenten ausgebildet. Foto: Ines Escherich

Wie läuft die Ausbildung zum Erzieher ab?
Daniela Finke: In der Erzieherausbildung wird gesungen, getanzt, gemalt, gespielt, Theater und auch Sport gemacht. Klingt prima! Aber die lustig klingenden Aspekte der Ausbildung sind kein Selbstzweck: Wenn du mit Kindern oder Jugendlichen arbeitest, musst du wissen, mit welchen Aktivitäten du in welcher Altersgruppe was erreichen kannst. Der Unterricht ist immer in einen wissenschaftlich fundierten theoretischen Teil und einen praktischen Teil, bei dem Gelerntes sofort umgesetzt und ausprobiert wird, unterteilt.

Das ist auch der Grund, warum es in der Erzieherausbildung neben fachspezifisch ausgerichteten Fächern wie Mathe oder Physik, Lernfelder gibt. Diese fassen verschiedene theoretische und praktische Inhalte unter einem Thema zusammen.

Die Ausbildung zum Erzieher ist in Vollzeit, aber auch berufsbegleitend möglich, davon abhängig verändert sich die Ausbildungsdauer. Für die Ausbildung zum Erzieher gibt es drei Möglichkeiten:

  • 3 Jahre in Vollzeit,
  • 4 Jahre berufsbegleitend und
  • 1 Jahr verkürzte Ausbildung berufsbegleitend nur für Heilerziehungspfleger.

Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um die Ausbildung beginnen zu können?
Daniela Finke: Um Erzieher zu werden, benötigst man mindestens einen Realschul- bzw. Oberschulabschluss. Trotzdem ist die Erzieherausbildung keine, bei der du sofort nach der zehnten Klasse loslegen kannst.
Benötigt werden eine einschlägige, zweijährige Berufsausbildung
oder eine Berufsausbildung und mindestens zwei Jahre Berufserfahrung (Quereinsteiger) oder eine Berufsausbildung und eine einjährige Berufstätigkeit in einem einschlägigen Beruf oder über eine siebenjährige erzieherische bzw. pflegerische Tätigkeit oder über einen erfolgreichen Fachoberschulabschluss in der Fachrichtung Gesundheit und Soziales.

Was kostet die Ausbildung?
Daniela Finke: Das hängt von dem jeweiligen Bildungsträger ab. Fachschulen in freier Trägerschaft wie die DPFA erheben ein Schulgeld. Jedoch bestehen verschiedene Fördermöglichkeiten, zum Beispiel über das BAföG-Amt. Wer sich für eine Ausbildung bei uns entscheidet, den unterstützen wir natürlich und beraten jeden einzelnen Schüler zu seinen Fördermöglichkeiten. Daran sollte es nicht scheitern, sich auf den Weg in seinen Traumberuf zu machen!

Vielen Dank für das Gespräch!
 

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